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Frosch mit Schlagzeug verkleinert 53cm für drau...
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Artikelname: Frosch mit Schlagzeug Artikelnummer: 2377_Vd Material: Polyresin Höhe: 53 Breite: 41 Tiefe: 44 Besonderheiten: Keine Angabe Grö&#223e (Maßstab): verkleinert Optik: comic Anwendungsbereich: für draußen Platzierung: B

Anbieter: Rakuten
Stand: 07.08.2020
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Buch - Schaurig schöne Spuk-Geschichten schwarz...
7,99 € *
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Die schönsten Gespenstergeschichten illustriert von jungen KünstlernWenn es draußen stürmt und regnet und die ganze Welt in Grau gehüllt ist, gibt es nichts Besseres, als es sich mit den schönsten Spukgeschichten vor dem Kamin gemütlich zu machen. Goethe, E. T. A. Hoffmann, Graham Greene, Ambrose Bierce, F. Marion Crawford, M. R. James u. v. m. garantieren angenehme Spannung und prickelnde Gänsehaut. Zum Vorlesen und Schmökern.Der Rowohlt Verlag unterstützt und fördert mit diesem Buch junge Illustratoren der Fachhochschule Münster unter der Leitung von Professor Felix Scheinberger.Felix Scheinberger,1969 in Frankfurt am Main geborenen, spielte zunächst einige Jahre Schlagzeug in verschiedenen Punk Bands ehe er an der FH Hamburg Illustration studierte. Nach dem Studium gelang ihm nahtlos der Einstieg in die Graphikszene. So hat er hat in den letzten zehn Jahren über 50 Bücher illustriert. Außerdem veröffentlicht er regelmäßig in Zeitschriften und Magazinen und arbeitet für verschiedene Theater.Felix Scheinberger begleitete Lehraufträge für Zeichnen und Illustration, unter anderen in Hamburg, Mainz und an der Bezalel Academy of Art and Design Jerusalem / Israel. Seit 2010 unterrichtet er Illustration an der Fachhochschule für Gestaltung in Münster. Er ist Vize Präsident der IO Illustratoren Organisation, dem Berufsverband deutschsprachiger Illustratoren.

Anbieter: myToys
Stand: 07.08.2020
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AnnenMayKantereit
49,85 € *
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Drei Kölner. Alle Anfang 20. Alle mit einem Namen. Christopher Annen, Henning May und Severin Kantereit. Zusammen sind sie ? na klar: AnnenMayKantereit.

Sie machen Musik so wie sie ihnen gefällt. Das ist der Anspruch mit dem die junge Band angetreten ist und den sie konsequent umsetzt. So wurde aus einer zweitägigen Aufnahmesession auch eher nebenher ein erstes Album. Denn die Songs waren vor allem als Momentaufnahme für die Jungs selbst geplant. Dafür haben sie AnnenMayKantereit 2013 in Eigenregie aufgenommen und schließlich auch veröffentlicht ? ach und draußen eingespielt. Denn auf der Straße hat für die Drei alles angefangen. Mittlerweile sind sie dem Label Straßenmusik aber entwachsen und bespielen Clubs und Festivals. Was ihnen allerdings von ihren Wurzeln geblieben ist, sind ihre live Improvisationen. Auf der Bühne wird noch unfertiges Material weiterentwickelt und gefestigt. Das überrascht und macht jedes Konzert zu einem Unikat.Gesungen wird hauptsächlich auf Deutsch. Ohne Pathos, stattdessen mit Fingerspitzengefühl und dem eigenen Erfahrungsschatz geht es in ihren Liedern um Liebe, Freundschaft, Verlust ? das Leben. Dabei variiert das musikalische Genre von Lied zu Lied, so wie die Stimmung jedes Stücks. Wütende Jugend trifft dabei auf einfühlsame Balladen, beschwingter Blues auf temperamentvollen Pop und auch die Bewegungshungrigen kommen auf ihre Kosten. Dafür sorgt das AMK Rhythmus-Duo mit Kantereit am Schlagzeug und Live/Studiobassist Malte Huck. Annen spielt unermüdlich seine Gitarren-Mundharmonika-Kombi und May liefert den Gesang und hin und wieder die Klavierklänge. Zum Schluss wird die Musik durch Mays tiefe Stimme aufgeraut und fertig ist der spezielle Sound von AnnenMayKantereit.Nach einem Jahr voller Konzerte und der restlos ausverkauftem Eigenproduktion (oder: einem restlos ausverkauftem Draußen-Album), wurde es Zeit für den nächsten Schritt. Weiterhin selbstbestimmt, denn via Crowdfunding finanziert, ging?s dafür zusammen mit Moses Schneider in die Berliner Hansa Studios. Herausgekommen ist AnnenMayKantereits erste EP Wird Schon Irgendwie Gehen. Live aufgenommen, enthält diese die fünf wichtigsten Wegbegleiter der bisherigen Bandgeschichte und beweist ihr breites, musikalisches Spektrum. Mit all dem sind AMK 2015 wieder drinnen (Clubs) & draußen (Festivals) unterwegs und arbeiten auch schon am ?ersten? Album...

Anbieter: Konzertkasse
Stand: 07.08.2020
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AnnenMayKantereit
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Drei Kölner. Alle Anfang 20. Alle mit einem Namen. Christopher Annen, Henning May und Severin Kantereit. Zusammen sind sie ? na klar: AnnenMayKantereit.

Sie machen Musik so wie sie ihnen gefällt. Das ist der Anspruch mit dem die junge Band angetreten ist und den sie konsequent umsetzt. So wurde aus einer zweitägigen Aufnahmesession auch eher nebenher ein erstes Album. Denn die Songs waren vor allem als Momentaufnahme für die Jungs selbst geplant. Dafür haben sie AnnenMayKantereit 2013 in Eigenregie aufgenommen und schließlich auch veröffentlicht ? ach und draußen eingespielt. Denn auf der Straße hat für die Drei alles angefangen. Mittlerweile sind sie dem Label Straßenmusik aber entwachsen und bespielen Clubs und Festivals. Was ihnen allerdings von ihren Wurzeln geblieben ist, sind ihre live Improvisationen. Auf der Bühne wird noch unfertiges Material weiterentwickelt und gefestigt. Das überrascht und macht jedes Konzert zu einem Unikat.Gesungen wird hauptsächlich auf Deutsch. Ohne Pathos, stattdessen mit Fingerspitzengefühl und dem eigenen Erfahrungsschatz geht es in ihren Liedern um Liebe, Freundschaft, Verlust ? das Leben. Dabei variiert das musikalische Genre von Lied zu Lied, so wie die Stimmung jedes Stücks. Wütende Jugend trifft dabei auf einfühlsame Balladen, beschwingter Blues auf temperamentvollen Pop und auch die Bewegungshungrigen kommen auf ihre Kosten. Dafür sorgt das AMK Rhythmus-Duo mit Kantereit am Schlagzeug und Live/Studiobassist Malte Huck. Annen spielt unermüdlich seine Gitarren-Mundharmonika-Kombi und May liefert den Gesang und hin und wieder die Klavierklänge. Zum Schluss wird die Musik durch Mays tiefe Stimme aufgeraut und fertig ist der spezielle Sound von AnnenMayKantereit.Nach einem Jahr voller Konzerte und der restlos ausverkauftem Eigenproduktion (oder: einem restlos ausverkauftem Draußen-Album), wurde es Zeit für den nächsten Schritt. Weiterhin selbstbestimmt, denn via Crowdfunding finanziert, ging?s dafür zusammen mit Moses Schneider in die Berliner Hansa Studios. Herausgekommen ist AnnenMayKantereits erste EP Wird Schon Irgendwie Gehen. Live aufgenommen, enthält diese die fünf wichtigsten Wegbegleiter der bisherigen Bandgeschichte und beweist ihr breites, musikalisches Spektrum. Mit all dem sind AMK 2015 wieder drinnen (Clubs) & draußen (Festivals) unterwegs und arbeiten auch schon am ?ersten? Album...

Anbieter: Konzertkasse
Stand: 07.08.2020
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Volbeat Seal The Deal & Let's Boogie  CD  Standard
8,99 € *
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Jewelcase-Edition. Volbeat sind zurück: Die Band präsentiert ihr insgesamt 6. Album »Seal The Deal & Let’s Boogie«. »Devil’s Bleeding Crown«, der Opener des fantastischen neuen Volbeat-Albums ist erst einige Töne alt, da hält es einen schon nicht mehr auf dem Stuhl: diese bedrohlich fauchenden Gitarren, das stakkatohaft nach vorne preschende Schlagzeug, Michael Poulsens Signature-Vocals – mühelos changierend vom gutturalen Growl ins schockstrahlende Vibrato –, schließlich die Eruption in einen dieser absolut unwiderstehlichen Refrains, wie sie nur diese Band beherrscht: Ein Instant-Kracher allererster Güte! Die beste Nachricht also gleich zu Beginn: Volbeat sind wieder da, drei Jahre nach dem internationalen Multiplatin-Topseller »Outlaw Gentleman & Shady Ladies« und sie machen keine Gefangenen. Über die Jahre haben die Dänen einen unverwechselbaren Sound kreiert. Es gibt absolut niemanden da draußen, der auf ähnlich mitreißende Weise Metal und Rock’n’Roll mit hymnischen Chören verbinden kann. Ein Konzept, dem Volbeat eine einmalige Karriere mit Millionen verkauften Alben und unzähligen Auszeichnungen verdanken. Das alles könnte aber nicht funktionieren, wenn Volbeat sich nicht immer wieder hinterfragen und stetig weiterentwickeln würden. Spätestens seit dem letzten Album sind Volbeat endgültig die erfolgreichste Metal-Rock’n’Roll-Band unserer Tage. Nicht nur in Europa, auch in den USA gelang ihnen längst der ganz große Durchbruch, für eine europäische Band immer noch eine absolute Seltenheit.

Anbieter: EMP
Stand: 07.08.2020
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Jadu - Weltenbrand Tour 2020
23,20 € *
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»Nachricht vom Feind«Auf ihrem Debütalbum »Nachricht vom Feind« verzahnt die Berliner Sängerin Jadu auf clevere Weise Gesellschaftskritik und martialische Stilfiguren, Dream Pop und subtile Erotik. Das Album ist das auf allen Ebenen hervorragende Ergebnis einer langjährigen musikalischen und menschlichen Suche.»Über den Kampf ins Spiel kommen« ist eine Phrase, die man vor allem aus dem Fußball kennt. Eleganz ist damit nicht gemeint, sondern jene angeblich deutschen Tugenden: Blutgrätsche, Selbstaufgabe, das Ziel ist der Weg. Mithin also ein Koordinatensystem, in dem der sportliche Wettkampf synonym für Krieg steht. »Nachricht vom Feind«, das Debütalbum der Berliner Sängerin und Songschreiberin Jadu, hat mit dieser Interpretationsebene gleichzeitig alles und nichts gemein.Die Songs auf diesem Album erzählen nicht zuletzt von den Kämpfen, welche Jadu aufpersönlicher und künstlerischer Ebene ausgefochten hat. Die Sängerin bedient sich dabei militärischer Metaphern und martialischer Stilfiguren, ihre Musik lebt aber ebenso von Zweifeln, einem virtuos betriebenen Spiel mit Antagonismen, von düsterer Erotik und derLust am Abgrund. So verdichtet Jadu vermeintliche Gegensätze auf bestechende Weise zueiner in dieser Form noch nicht gehörten Rockmusik.Im Grunde wird der Kampfbegriff auf »Nachricht vom Feind« umfassend musikalisch durchdekliniert, denn Kampf bedeutet natürlich auch: Zerrissenheit, Zwiespalt, Spannungszustand, Ambivalenz. »Ich habe mein bisheriges Leben überwiegend als Kampf empfunden«, sagt Jadu. »Die Schule war ein Kampf, die Liebe sowieso, ich habe um Freundschaften gekämpft, um Anerkennung, um die Liebe meines Vaters, um Selbstakzeptanz und einiges mehr. Darüber habe ich ein Faible für militärische Ästhetik entwickelt.« Das Militärische ist hier also eine Metapher für innere und äußere Kämpfe. Geboren in Bad Essen, Landkreis Osnabrück, will Jadu von Anfang an eigentlich immer nur raus: aus der Provinz, der Schule, den Umständen. Bad Essen ist eins jener Provinzkäffer, in denen es für Leute wie Jadu nicht mehr zu tun gibt als warten, bis man alt genug wird, um die beste Straße der Stadt zu nehmen ? also jene, die aus ihr hinausführt. Und so lässt sie das alles über sich ergehen, so lange es gesellschaftlich vorgegeben ist. Bricht dann die Schule ab, macht eine Ausbildung in Osnabrück. Aber ihre Sehnsucht ist größer alsOsnabrück. Viel größer.Jadu ist gerade einmal 19 Jahre alt, als sie all ihren Mut und ihre Sachen zusammenpackt und auf eigene Faust nach Berlin geht. »Wenn man sich für Kunst und Musik interessiert, ist Berlin der totale Sehnsuchtsort, wo alles brodelt«, sagt sie. »So habe ich mir das jedenfallsimmer vorgestellt.« Die Mutter hat Bedenken, in Kreuzberg würden immer die Autos brennen, was man in der Provinz eben so liest von der großen Stadt. Aber Jadu muss da jetzt hin!Keine Missverständnisse: Die Familie war und ist für Jadu ein Hort der Geborgenheit. Weitgehend ohne Vater aufgewachsen, haben ihre Mutter und ihre Schwester sie nachhaltig geprägt. Erstere ist Künstlerin, die Schwester Sängerin und Schlagzeugerin, Jadu hat oft mitihr zusammengearbeitet. In ihrer Kindheit waren die Soul-Platten der Mutter ebenso wichtig wie die Djembe-Trommeln des Vaters, auch wenn Jadu ihre Herzensmusik auf eigene Faust entdeckt: Die Schwester hörte Alicia Keys, Jadu natürlich Rammstein, Marilyn Manson,Marlene Dietrich, Wagner. Das alles: auf unterschiedliche Weise Kampfmusik. Auch Berlin ist zunächst ein Kampf: Jadu macht »irgendwelche Trotteljobs«, wie sie sagt. Arbeitet als Komparsin beim Film und in der Werbung, schließlich einige Jahre alsImmobilienmaklerin, ein Job, in dem es darum geht, die Konkurrenz auszustechen, schneller zu sein als die anderen, den Leuten kämpferisch Dinge anzupreisen. Viel wichtiger waren aber bereits damals die Bands, in denen sie schon in Osnabrück gespielt hatte, sowiegenerell Musik: ihre Gitarre, das Schlagzeug, ihr erstes Instrument überhaupt.Gesungen hat Jadu zunächst nur unter der Dusche zu Marilyn Manson, aber irgendwann wird diese Stimme tief in ihr immer deutlicher: Sie muss eigene Songs schreiben und sie natürlich auch selbst singen, irgendwo muss das alles ja mal hin. Musik ist ihr wahrer Sehnsuchtsort, ihre Erfüllung, das sollte jetzt mal ausformuliert werden. Sie beginnt also zu schreiben. Erst alleine, zu Hause am Computer, die Songs dieser Phase spielt sie niemandem vor, im Grunde beginnt hier bereits die Arbeit an »Nachricht vom Feind«.Die Musik, die Jadu im Kopf hat, gibt es da draußen nicht. Also muss sie sie selbst machen. Eine große Unterstützung auf diesem Weg ist ihr Ehemann, der Rostocker Rapper Marteria. Das sich gegenseitig befruchtende Verhältnis der Eheleute beschreibt Jadu nicht zuletzt in dem Song »Feldzug Berlin«: Ich hab Ausdauer, kann tagelang marschieren/Rostocks Hauptmann ist mein 1. Offizier/Flügel ausgebreitet, ich bin ein Lacin« singt sie da. Und das fließt nun alles in diese Songs: Ihre Liebe zu guten Film-Scores, zur klassischen Musik, zum Drama, zur großen Geste, zu martialischer Rockmusik. Dazu: Diese bildreiche, metaphorische Sprache, oft verklausuliert, immer auf den Punkt, geprägt von den eigenen Erfahrungen und denen der anderen. Die frühe Findungsphase mitgerechnet, arbeitet sie insgesamt dreieinhalb Jahre an »Nachricht vom Feind«. Als irgendwann alles geschrieben, vorproduziert und arrangiert ist, geht sie mit den Produzenten Ben DMA, Dead Rabbit und Nobodys Face ins Studio und bringt ihre Songs auf die große Leinwand. Die Streicher müssen echt sein, die Gefühle sind es sowieso: »Nachricht vom Feind« wird endgültig zum Leben erweckt.Und weil das alles ihr Baby ist, von Anfang bis zum Ende, gibt sie nichts aus der Hand: Jadu gründet eine Plattenfirma mit einer guten Freundin, die auch das Management übernimmt ? dem Zufall und vermeintlich guten Ratschlägen anderer soll hier nichts überlassen werden.Jadu hat stets ihren Instinkten vertraut, auch deshalb ist »Nachricht vom Feind« das Album geworden, das alles, was von Bad Essen bis hierhin passiert ist, in sich trägt und noch viel mehr.»Uniform« beginnt mit dem charakteristischen Knistern einer aufs Vinyl herabsinkenden Nadel, dieses wohlige Geräusch, das man unter tausend anderen jederzeit identifizieren kann. Man fühlt sich zu Hause. Dann symbolisieren bombastische Keyboardflächen von wagnerianischem Ausmaß das Autoritäre, was die meisten Leute mit Uniformen verbinden: erhaben, gebieterisch, hierarchisch. Dann kommt diese Stimme, in die Stille hinein, allen Raum ausfüllend: »Erster Mai, seh aus wie?n Löwe/Meine Haare auf Krawall gebürstet/Schellen um die Hand/Stell mich an die Wand/Will doch nur das du mich tröstest«, singt sie. Nicht nur hier ist es eine ironisch konnotierte, erotisch aufgeladene Symbolik. So verbindet Jadu Sadomaso-Fantasien mit substanzieller Gesellschaftskritik. Von diesem Spiel mit Gegensätzen und Abgründen lebt auch »Blitzkrieg«, ein Song über häuslichen Missbrauch: »Blitzkrieg, den niemand mitkriegt/Blaue Augen, seit es dich gibt/Blaue Augen seit ich dich lieb.« »Ich kenne so viele Leute, die Missbrauch erlebt haben«, sagt sie. »In der akuten Situation, ob familiär oder in der Beziehung, ist es oft sehr schwer, da irgendwie rauszukommen. Da hilft es nach meiner Erfahrung manchmal schon, sich überhaupt verstanden zu fühlen.«Auch »Todesstreifen«, ein Song über Depressionen, spielt mit Kriegs-Metaphern. »Du fühlst dich während einer Depression ja auch wie im Krieg«, sagt Jadu. »Du führst einen Krieg gegen dich selbst, und unbewusst auch gegen dein Umfeld«. Das erhabene »Friedliche Armee« singt Jadu dann gemeinsam mit ihrer Freundin und langjährigen musikalischen Wegbegleiterin Nessi. Der Song ist ein verklausulierter Umweltschutz-Appel aus der Sicht von Bäumen, aber da muss man überhaupt erst mal draufkommen. Auch hier wieder: Tod, Armeen, Krieg. Ein eleganter Schachzug, durch den Jadu ihre Themen camoufliert und vielschichtig interpretierbar hält. Die Musik, die Jadu zu diesen Themen geschrieben hat, nennt sie selbst Military Dream Pop und tatsächlich verdeutlicht dieser Begriff ganz gut, worum es hier geht: Ihre Leidenschaftfür industriellen Brachialrock verzahnt die sie auf treffliche Weise mit Dream-Pop-, barocker Gothik und Trip-Hop-Anklängen. So entsteht ein facettenreicher, im besten Sinne zeitloser Stilmix mit maximaler Pop-Sensibilität. Dankenswert auch, dass Jadu sich jener Form vongesanglicher Hochleistungsartistik verweigert, wie sie in diesem Land viel zu oft als Ausdruck tiefster Gefühle missverstanden wird. Die Sängerin ist ihren Themen verpflichtet, jedes Wort, jedes Hauchen, jeder Ton und jede Wendung unterstreichen ihr Anliegen, nichts lenkt davonab.Immer wieder erweist sich Jadu in diesen Songs als kompromisslose Grenzgängerin ohne Angst vor Tabubrüchen. »Sirenen & Wagner« etwa ist ein Song aus der Perspektive von ? ausgerechnet! ? Eva Braun, der Geliebten Adolf Hitlers. Wie es Jadu aber dann gelingt, dienaive, anhimmelnde Perspektive der zu Beginn der fatalen Affäre erst 17-jährigen Braun einzunehmen, macht den Song zu einer Metapher über die Kunst der Verführung. »Das ist natürlich ein krasses Beispiel, aber ich glaube, solche Beziehungen gibt es häufig«, sagt sie.»Solche Leute sind derart blind vor Liebe, dass sie dem Partner bis in den Tod folgen.« Auch hier also wieder: Missbrauch, nur auf eine andere Weise. Denn letztlich geht es in »Sirenen & Wagner« natürlich nicht nur um Eva Braun, sondern um uns alle, damals undheute. Die brandgefährliche, hochaktuelle Frage: Wie konnten Millionen von Menschen diesem Verführer auf den Leim gehen, wie funktioniert die fatale Psychologie der Massen? »Sind nun endlich auf ewig verbunden/Den Ring steckst du mir an/Mein letztes Geschenk an dich/Schenk dir mich und du schenkst mir Gift«, singt Jadu. Dieses Gift wirkt bis heute. Wir sind alle multiple Persönlichkeiten. Und Jadu ist eben eine starke Kämpferin mit einem Hang zur Melancholie. Musik ist ihr Schutzschild, ihre Uniform, wenn man so will. Und »Nachricht vom Feind« ist dann eben doch: ein erkämpfter Sieg. Zumindest für den Moment.

Anbieter: Konzertkasse
Stand: 07.08.2020
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Jadu - Weltenbrand Tour 2020
19,80 € *
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»Nachricht vom Feind«Auf ihrem Debütalbum »Nachricht vom Feind« verzahnt die Berliner Sängerin Jadu auf clevere Weise Gesellschaftskritik und martialische Stilfiguren, Dream Pop und subtile Erotik. Das Album ist das auf allen Ebenen hervorragende Ergebnis einer langjährigen musikalischen und menschlichen Suche.»Über den Kampf ins Spiel kommen« ist eine Phrase, die man vor allem aus dem Fußball kennt. Eleganz ist damit nicht gemeint, sondern jene angeblich deutschen Tugenden: Blutgrätsche, Selbstaufgabe, das Ziel ist der Weg. Mithin also ein Koordinatensystem, in dem der sportliche Wettkampf synonym für Krieg steht. »Nachricht vom Feind«, das Debütalbum der Berliner Sängerin und Songschreiberin Jadu, hat mit dieser Interpretationsebene gleichzeitig alles und nichts gemein.Die Songs auf diesem Album erzählen nicht zuletzt von den Kämpfen, welche Jadu aufpersönlicher und künstlerischer Ebene ausgefochten hat. Die Sängerin bedient sich dabei militärischer Metaphern und martialischer Stilfiguren, ihre Musik lebt aber ebenso von Zweifeln, einem virtuos betriebenen Spiel mit Antagonismen, von düsterer Erotik und derLust am Abgrund. So verdichtet Jadu vermeintliche Gegensätze auf bestechende Weise zueiner in dieser Form noch nicht gehörten Rockmusik.Im Grunde wird der Kampfbegriff auf »Nachricht vom Feind« umfassend musikalisch durchdekliniert, denn Kampf bedeutet natürlich auch: Zerrissenheit, Zwiespalt, Spannungszustand, Ambivalenz. »Ich habe mein bisheriges Leben überwiegend als Kampf empfunden«, sagt Jadu. »Die Schule war ein Kampf, die Liebe sowieso, ich habe um Freundschaften gekämpft, um Anerkennung, um die Liebe meines Vaters, um Selbstakzeptanz und einiges mehr. Darüber habe ich ein Faible für militärische Ästhetik entwickelt.« Das Militärische ist hier also eine Metapher für innere und äußere Kämpfe. Geboren in Bad Essen, Landkreis Osnabrück, will Jadu von Anfang an eigentlich immer nur raus: aus der Provinz, der Schule, den Umständen. Bad Essen ist eins jener Provinzkäffer, in denen es für Leute wie Jadu nicht mehr zu tun gibt als warten, bis man alt genug wird, um die beste Straße der Stadt zu nehmen ? also jene, die aus ihr hinausführt. Und so lässt sie das alles über sich ergehen, so lange es gesellschaftlich vorgegeben ist. Bricht dann die Schule ab, macht eine Ausbildung in Osnabrück. Aber ihre Sehnsucht ist größer alsOsnabrück. Viel größer.Jadu ist gerade einmal 19 Jahre alt, als sie all ihren Mut und ihre Sachen zusammenpackt und auf eigene Faust nach Berlin geht. »Wenn man sich für Kunst und Musik interessiert, ist Berlin der totale Sehnsuchtsort, wo alles brodelt«, sagt sie. »So habe ich mir das jedenfallsimmer vorgestellt.« Die Mutter hat Bedenken, in Kreuzberg würden immer die Autos brennen, was man in der Provinz eben so liest von der großen Stadt. Aber Jadu muss da jetzt hin!Keine Missverständnisse: Die Familie war und ist für Jadu ein Hort der Geborgenheit. Weitgehend ohne Vater aufgewachsen, haben ihre Mutter und ihre Schwester sie nachhaltig geprägt. Erstere ist Künstlerin, die Schwester Sängerin und Schlagzeugerin, Jadu hat oft mitihr zusammengearbeitet. In ihrer Kindheit waren die Soul-Platten der Mutter ebenso wichtig wie die Djembe-Trommeln des Vaters, auch wenn Jadu ihre Herzensmusik auf eigene Faust entdeckt: Die Schwester hörte Alicia Keys, Jadu natürlich Rammstein, Marilyn Manson,Marlene Dietrich, Wagner. Das alles: auf unterschiedliche Weise Kampfmusik. Auch Berlin ist zunächst ein Kampf: Jadu macht »irgendwelche Trotteljobs«, wie sie sagt. Arbeitet als Komparsin beim Film und in der Werbung, schließlich einige Jahre alsImmobilienmaklerin, ein Job, in dem es darum geht, die Konkurrenz auszustechen, schneller zu sein als die anderen, den Leuten kämpferisch Dinge anzupreisen. Viel wichtiger waren aber bereits damals die Bands, in denen sie schon in Osnabrück gespielt hatte, sowiegenerell Musik: ihre Gitarre, das Schlagzeug, ihr erstes Instrument überhaupt.Gesungen hat Jadu zunächst nur unter der Dusche zu Marilyn Manson, aber irgendwann wird diese Stimme tief in ihr immer deutlicher: Sie muss eigene Songs schreiben und sie natürlich auch selbst singen, irgendwo muss das alles ja mal hin. Musik ist ihr wahrer Sehnsuchtsort, ihre Erfüllung, das sollte jetzt mal ausformuliert werden. Sie beginnt also zu schreiben. Erst alleine, zu Hause am Computer, die Songs dieser Phase spielt sie niemandem vor, im Grunde beginnt hier bereits die Arbeit an »Nachricht vom Feind«.Die Musik, die Jadu im Kopf hat, gibt es da draußen nicht. Also muss sie sie selbst machen. Eine große Unterstützung auf diesem Weg ist ihr Ehemann, der Rostocker Rapper Marteria. Das sich gegenseitig befruchtende Verhältnis der Eheleute beschreibt Jadu nicht zuletzt in dem Song »Feldzug Berlin«: Ich hab Ausdauer, kann tagelang marschieren/Rostocks Hauptmann ist mein 1. Offizier/Flügel ausgebreitet, ich bin ein Lacin« singt sie da. Und das fließt nun alles in diese Songs: Ihre Liebe zu guten Film-Scores, zur klassischen Musik, zum Drama, zur großen Geste, zu martialischer Rockmusik. Dazu: Diese bildreiche, metaphorische Sprache, oft verklausuliert, immer auf den Punkt, geprägt von den eigenen Erfahrungen und denen der anderen. Die frühe Findungsphase mitgerechnet, arbeitet sie insgesamt dreieinhalb Jahre an »Nachricht vom Feind«. Als irgendwann alles geschrieben, vorproduziert und arrangiert ist, geht sie mit den Produzenten Ben DMA, Dead Rabbit und Nobodys Face ins Studio und bringt ihre Songs auf die große Leinwand. Die Streicher müssen echt sein, die Gefühle sind es sowieso: »Nachricht vom Feind« wird endgültig zum Leben erweckt.Und weil das alles ihr Baby ist, von Anfang bis zum Ende, gibt sie nichts aus der Hand: Jadu gründet eine Plattenfirma mit einer guten Freundin, die auch das Management übernimmt ? dem Zufall und vermeintlich guten Ratschlägen anderer soll hier nichts überlassen werden.Jadu hat stets ihren Instinkten vertraut, auch deshalb ist »Nachricht vom Feind« das Album geworden, das alles, was von Bad Essen bis hierhin passiert ist, in sich trägt und noch viel mehr.»Uniform« beginnt mit dem charakteristischen Knistern einer aufs Vinyl herabsinkenden Nadel, dieses wohlige Geräusch, das man unter tausend anderen jederzeit identifizieren kann. Man fühlt sich zu Hause. Dann symbolisieren bombastische Keyboardflächen von wagnerianischem Ausmaß das Autoritäre, was die meisten Leute mit Uniformen verbinden: erhaben, gebieterisch, hierarchisch. Dann kommt diese Stimme, in die Stille hinein, allen Raum ausfüllend: »Erster Mai, seh aus wie?n Löwe/Meine Haare auf Krawall gebürstet/Schellen um die Hand/Stell mich an die Wand/Will doch nur das du mich tröstest«, singt sie. Nicht nur hier ist es eine ironisch konnotierte, erotisch aufgeladene Symbolik. So verbindet Jadu Sadomaso-Fantasien mit substanzieller Gesellschaftskritik. Von diesem Spiel mit Gegensätzen und Abgründen lebt auch »Blitzkrieg«, ein Song über häuslichen Missbrauch: »Blitzkrieg, den niemand mitkriegt/Blaue Augen, seit es dich gibt/Blaue Augen seit ich dich lieb.« »Ich kenne so viele Leute, die Missbrauch erlebt haben«, sagt sie. »In der akuten Situation, ob familiär oder in der Beziehung, ist es oft sehr schwer, da irgendwie rauszukommen. Da hilft es nach meiner Erfahrung manchmal schon, sich überhaupt verstanden zu fühlen.«Auch »Todesstreifen«, ein Song über Depressionen, spielt mit Kriegs-Metaphern. »Du fühlst dich während einer Depression ja auch wie im Krieg«, sagt Jadu. »Du führst einen Krieg gegen dich selbst, und unbewusst auch gegen dein Umfeld«. Das erhabene »Friedliche Armee« singt Jadu dann gemeinsam mit ihrer Freundin und langjährigen musikalischen Wegbegleiterin Nessi. Der Song ist ein verklausulierter Umweltschutz-Appel aus der Sicht von Bäumen, aber da muss man überhaupt erst mal draufkommen. Auch hier wieder: Tod, Armeen, Krieg. Ein eleganter Schachzug, durch den Jadu ihre Themen camoufliert und vielschichtig interpretierbar hält. Die Musik, die Jadu zu diesen Themen geschrieben hat, nennt sie selbst Military Dream Pop und tatsächlich verdeutlicht dieser Begriff ganz gut, worum es hier geht: Ihre Leidenschaftfür industriellen Brachialrock verzahnt die sie auf treffliche Weise mit Dream-Pop-, barocker Gothik und Trip-Hop-Anklängen. So entsteht ein facettenreicher, im besten Sinne zeitloser Stilmix mit maximaler Pop-Sensibilität. Dankenswert auch, dass Jadu sich jener Form vongesanglicher Hochleistungsartistik verweigert, wie sie in diesem Land viel zu oft als Ausdruck tiefster Gefühle missverstanden wird. Die Sängerin ist ihren Themen verpflichtet, jedes Wort, jedes Hauchen, jeder Ton und jede Wendung unterstreichen ihr Anliegen, nichts lenkt davonab.Immer wieder erweist sich Jadu in diesen Songs als kompromisslose Grenzgängerin ohne Angst vor Tabubrüchen. »Sirenen & Wagner« etwa ist ein Song aus der Perspektive von ? ausgerechnet! ? Eva Braun, der Geliebten Adolf Hitlers. Wie es Jadu aber dann gelingt, dienaive, anhimmelnde Perspektive der zu Beginn der fatalen Affäre erst 17-jährigen Braun einzunehmen, macht den Song zu einer Metapher über die Kunst der Verführung. »Das ist natürlich ein krasses Beispiel, aber ich glaube, solche Beziehungen gibt es häufig«, sagt sie.»Solche Leute sind derart blind vor Liebe, dass sie dem Partner bis in den Tod folgen.« Auch hier also wieder: Missbrauch, nur auf eine andere Weise. Denn letztlich geht es in »Sirenen & Wagner« natürlich nicht nur um Eva Braun, sondern um uns alle, damals undheute. Die brandgefährliche, hochaktuelle Frage: Wie konnten Millionen von Menschen diesem Verführer auf den Leim gehen, wie funktioniert die fatale Psychologie der Massen? »Sind nun endlich auf ewig verbunden/Den Ring steckst du mir an/Mein letztes Geschenk an dich/Schenk dir mich und du schenkst mir Gift«, singt Jadu. Dieses Gift wirkt bis heute. Wir sind alle multiple Persönlichkeiten. Und Jadu ist eben eine starke Kämpferin mit einem Hang zur Melancholie. Musik ist ihr Schutzschild, ihre Uniform, wenn man so will. Und »Nachricht vom Feind« ist dann eben doch: ein erkämpfter Sieg. Zumindest für den Moment.

Anbieter: Konzertkasse
Stand: 07.08.2020
Zum Angebot
Jadu - Weltenbrand Tour 2020
23,10 € *
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»Nachricht vom Feind«Auf ihrem Debütalbum »Nachricht vom Feind« verzahnt die Berliner Sängerin Jadu auf clevere Weise Gesellschaftskritik und martialische Stilfiguren, Dream Pop und subtile Erotik. Das Album ist das auf allen Ebenen hervorragende Ergebnis einer langjährigen musikalischen und menschlichen Suche.»Über den Kampf ins Spiel kommen« ist eine Phrase, die man vor allem aus dem Fußball kennt. Eleganz ist damit nicht gemeint, sondern jene angeblich deutschen Tugenden: Blutgrätsche, Selbstaufgabe, das Ziel ist der Weg. Mithin also ein Koordinatensystem, in dem der sportliche Wettkampf synonym für Krieg steht. »Nachricht vom Feind«, das Debütalbum der Berliner Sängerin und Songschreiberin Jadu, hat mit dieser Interpretationsebene gleichzeitig alles und nichts gemein.Die Songs auf diesem Album erzählen nicht zuletzt von den Kämpfen, welche Jadu aufpersönlicher und künstlerischer Ebene ausgefochten hat. Die Sängerin bedient sich dabei militärischer Metaphern und martialischer Stilfiguren, ihre Musik lebt aber ebenso von Zweifeln, einem virtuos betriebenen Spiel mit Antagonismen, von düsterer Erotik und derLust am Abgrund. So verdichtet Jadu vermeintliche Gegensätze auf bestechende Weise zueiner in dieser Form noch nicht gehörten Rockmusik.Im Grunde wird der Kampfbegriff auf »Nachricht vom Feind« umfassend musikalisch durchdekliniert, denn Kampf bedeutet natürlich auch: Zerrissenheit, Zwiespalt, Spannungszustand, Ambivalenz. »Ich habe mein bisheriges Leben überwiegend als Kampf empfunden«, sagt Jadu. »Die Schule war ein Kampf, die Liebe sowieso, ich habe um Freundschaften gekämpft, um Anerkennung, um die Liebe meines Vaters, um Selbstakzeptanz und einiges mehr. Darüber habe ich ein Faible für militärische Ästhetik entwickelt.« Das Militärische ist hier also eine Metapher für innere und äußere Kämpfe. Geboren in Bad Essen, Landkreis Osnabrück, will Jadu von Anfang an eigentlich immer nur raus: aus der Provinz, der Schule, den Umständen. Bad Essen ist eins jener Provinzkäffer, in denen es für Leute wie Jadu nicht mehr zu tun gibt als warten, bis man alt genug wird, um die beste Straße der Stadt zu nehmen ? also jene, die aus ihr hinausführt. Und so lässt sie das alles über sich ergehen, so lange es gesellschaftlich vorgegeben ist. Bricht dann die Schule ab, macht eine Ausbildung in Osnabrück. Aber ihre Sehnsucht ist größer alsOsnabrück. Viel größer.Jadu ist gerade einmal 19 Jahre alt, als sie all ihren Mut und ihre Sachen zusammenpackt und auf eigene Faust nach Berlin geht. »Wenn man sich für Kunst und Musik interessiert, ist Berlin der totale Sehnsuchtsort, wo alles brodelt«, sagt sie. »So habe ich mir das jedenfallsimmer vorgestellt.« Die Mutter hat Bedenken, in Kreuzberg würden immer die Autos brennen, was man in der Provinz eben so liest von der großen Stadt. Aber Jadu muss da jetzt hin!Keine Missverständnisse: Die Familie war und ist für Jadu ein Hort der Geborgenheit. Weitgehend ohne Vater aufgewachsen, haben ihre Mutter und ihre Schwester sie nachhaltig geprägt. Erstere ist Künstlerin, die Schwester Sängerin und Schlagzeugerin, Jadu hat oft mitihr zusammengearbeitet. In ihrer Kindheit waren die Soul-Platten der Mutter ebenso wichtig wie die Djembe-Trommeln des Vaters, auch wenn Jadu ihre Herzensmusik auf eigene Faust entdeckt: Die Schwester hörte Alicia Keys, Jadu natürlich Rammstein, Marilyn Manson,Marlene Dietrich, Wagner. Das alles: auf unterschiedliche Weise Kampfmusik. Auch Berlin ist zunächst ein Kampf: Jadu macht »irgendwelche Trotteljobs«, wie sie sagt. Arbeitet als Komparsin beim Film und in der Werbung, schließlich einige Jahre alsImmobilienmaklerin, ein Job, in dem es darum geht, die Konkurrenz auszustechen, schneller zu sein als die anderen, den Leuten kämpferisch Dinge anzupreisen. Viel wichtiger waren aber bereits damals die Bands, in denen sie schon in Osnabrück gespielt hatte, sowiegenerell Musik: ihre Gitarre, das Schlagzeug, ihr erstes Instrument überhaupt.Gesungen hat Jadu zunächst nur unter der Dusche zu Marilyn Manson, aber irgendwann wird diese Stimme tief in ihr immer deutlicher: Sie muss eigene Songs schreiben und sie natürlich auch selbst singen, irgendwo muss das alles ja mal hin. Musik ist ihr wahrer Sehnsuchtsort, ihre Erfüllung, das sollte jetzt mal ausformuliert werden. Sie beginnt also zu schreiben. Erst alleine, zu Hause am Computer, die Songs dieser Phase spielt sie niemandem vor, im Grunde beginnt hier bereits die Arbeit an »Nachricht vom Feind«.Die Musik, die Jadu im Kopf hat, gibt es da draußen nicht. Also muss sie sie selbst machen. Eine große Unterstützung auf diesem Weg ist ihr Ehemann, der Rostocker Rapper Marteria. Das sich gegenseitig befruchtende Verhältnis der Eheleute beschreibt Jadu nicht zuletzt in dem Song »Feldzug Berlin«: Ich hab Ausdauer, kann tagelang marschieren/Rostocks Hauptmann ist mein 1. Offizier/Flügel ausgebreitet, ich bin ein Lacin« singt sie da. Und das fließt nun alles in diese Songs: Ihre Liebe zu guten Film-Scores, zur klassischen Musik, zum Drama, zur großen Geste, zu martialischer Rockmusik. Dazu: Diese bildreiche, metaphorische Sprache, oft verklausuliert, immer auf den Punkt, geprägt von den eigenen Erfahrungen und denen der anderen. Die frühe Findungsphase mitgerechnet, arbeitet sie insgesamt dreieinhalb Jahre an »Nachricht vom Feind«. Als irgendwann alles geschrieben, vorproduziert und arrangiert ist, geht sie mit den Produzenten Ben DMA, Dead Rabbit und Nobodys Face ins Studio und bringt ihre Songs auf die große Leinwand. Die Streicher müssen echt sein, die Gefühle sind es sowieso: »Nachricht vom Feind« wird endgültig zum Leben erweckt.Und weil das alles ihr Baby ist, von Anfang bis zum Ende, gibt sie nichts aus der Hand: Jadu gründet eine Plattenfirma mit einer guten Freundin, die auch das Management übernimmt ? dem Zufall und vermeintlich guten Ratschlägen anderer soll hier nichts überlassen werden.Jadu hat stets ihren Instinkten vertraut, auch deshalb ist »Nachricht vom Feind« das Album geworden, das alles, was von Bad Essen bis hierhin passiert ist, in sich trägt und noch viel mehr.»Uniform« beginnt mit dem charakteristischen Knistern einer aufs Vinyl herabsinkenden Nadel, dieses wohlige Geräusch, das man unter tausend anderen jederzeit identifizieren kann. Man fühlt sich zu Hause. Dann symbolisieren bombastische Keyboardflächen von wagnerianischem Ausmaß das Autoritäre, was die meisten Leute mit Uniformen verbinden: erhaben, gebieterisch, hierarchisch. Dann kommt diese Stimme, in die Stille hinein, allen Raum ausfüllend: »Erster Mai, seh aus wie?n Löwe/Meine Haare auf Krawall gebürstet/Schellen um die Hand/Stell mich an die Wand/Will doch nur das du mich tröstest«, singt sie. Nicht nur hier ist es eine ironisch konnotierte, erotisch aufgeladene Symbolik. So verbindet Jadu Sadomaso-Fantasien mit substanzieller Gesellschaftskritik. Von diesem Spiel mit Gegensätzen und Abgründen lebt auch »Blitzkrieg«, ein Song über häuslichen Missbrauch: »Blitzkrieg, den niemand mitkriegt/Blaue Augen, seit es dich gibt/Blaue Augen seit ich dich lieb.« »Ich kenne so viele Leute, die Missbrauch erlebt haben«, sagt sie. »In der akuten Situation, ob familiär oder in der Beziehung, ist es oft sehr schwer, da irgendwie rauszukommen. Da hilft es nach meiner Erfahrung manchmal schon, sich überhaupt verstanden zu fühlen.«Auch »Todesstreifen«, ein Song über Depressionen, spielt mit Kriegs-Metaphern. »Du fühlst dich während einer Depression ja auch wie im Krieg«, sagt Jadu. »Du führst einen Krieg gegen dich selbst, und unbewusst auch gegen dein Umfeld«. Das erhabene »Friedliche Armee« singt Jadu dann gemeinsam mit ihrer Freundin und langjährigen musikalischen Wegbegleiterin Nessi. Der Song ist ein verklausulierter Umweltschutz-Appel aus der Sicht von Bäumen, aber da muss man überhaupt erst mal draufkommen. Auch hier wieder: Tod, Armeen, Krieg. Ein eleganter Schachzug, durch den Jadu ihre Themen camoufliert und vielschichtig interpretierbar hält. Die Musik, die Jadu zu diesen Themen geschrieben hat, nennt sie selbst Military Dream Pop und tatsächlich verdeutlicht dieser Begriff ganz gut, worum es hier geht: Ihre Leidenschaftfür industriellen Brachialrock verzahnt die sie auf treffliche Weise mit Dream-Pop-, barocker Gothik und Trip-Hop-Anklängen. So entsteht ein facettenreicher, im besten Sinne zeitloser Stilmix mit maximaler Pop-Sensibilität. Dankenswert auch, dass Jadu sich jener Form vongesanglicher Hochleistungsartistik verweigert, wie sie in diesem Land viel zu oft als Ausdruck tiefster Gefühle missverstanden wird. Die Sängerin ist ihren Themen verpflichtet, jedes Wort, jedes Hauchen, jeder Ton und jede Wendung unterstreichen ihr Anliegen, nichts lenkt davonab.Immer wieder erweist sich Jadu in diesen Songs als kompromisslose Grenzgängerin ohne Angst vor Tabubrüchen. »Sirenen & Wagner« etwa ist ein Song aus der Perspektive von ? ausgerechnet! ? Eva Braun, der Geliebten Adolf Hitlers. Wie es Jadu aber dann gelingt, dienaive, anhimmelnde Perspektive der zu Beginn der fatalen Affäre erst 17-jährigen Braun einzunehmen, macht den Song zu einer Metapher über die Kunst der Verführung. »Das ist natürlich ein krasses Beispiel, aber ich glaube, solche Beziehungen gibt es häufig«, sagt sie.»Solche Leute sind derart blind vor Liebe, dass sie dem Partner bis in den Tod folgen.« Auch hier also wieder: Missbrauch, nur auf eine andere Weise. Denn letztlich geht es in »Sirenen & Wagner« natürlich nicht nur um Eva Braun, sondern um uns alle, damals undheute. Die brandgefährliche, hochaktuelle Frage: Wie konnten Millionen von Menschen diesem Verführer auf den Leim gehen, wie funktioniert die fatale Psychologie der Massen? »Sind nun endlich auf ewig verbunden/Den Ring steckst du mir an/Mein letztes Geschenk an dich/Schenk dir mich und du schenkst mir Gift«, singt Jadu. Dieses Gift wirkt bis heute. Wir sind alle multiple Persönlichkeiten. Und Jadu ist eben eine starke Kämpferin mit einem Hang zur Melancholie. Musik ist ihr Schutzschild, ihre Uniform, wenn man so will. Und »Nachricht vom Feind« ist dann eben doch: ein erkämpfter Sieg. Zumindest für den Moment.

Anbieter: Konzertkasse
Stand: 07.08.2020
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Jadu - Weltenbrand Tour 2020
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»Nachricht vom Feind«Auf ihrem Debütalbum »Nachricht vom Feind« verzahnt die Berliner Sängerin Jadu auf clevere Weise Gesellschaftskritik und martialische Stilfiguren, Dream Pop und subtile Erotik. Das Album ist das auf allen Ebenen hervorragende Ergebnis einer langjährigen musikalischen und menschlichen Suche.»Über den Kampf ins Spiel kommen« ist eine Phrase, die man vor allem aus dem Fußball kennt. Eleganz ist damit nicht gemeint, sondern jene angeblich deutschen Tugenden: Blutgrätsche, Selbstaufgabe, das Ziel ist der Weg. Mithin also ein Koordinatensystem, in dem der sportliche Wettkampf synonym für Krieg steht. »Nachricht vom Feind«, das Debütalbum der Berliner Sängerin und Songschreiberin Jadu, hat mit dieser Interpretationsebene gleichzeitig alles und nichts gemein.Die Songs auf diesem Album erzählen nicht zuletzt von den Kämpfen, welche Jadu aufpersönlicher und künstlerischer Ebene ausgefochten hat. Die Sängerin bedient sich dabei militärischer Metaphern und martialischer Stilfiguren, ihre Musik lebt aber ebenso von Zweifeln, einem virtuos betriebenen Spiel mit Antagonismen, von düsterer Erotik und derLust am Abgrund. So verdichtet Jadu vermeintliche Gegensätze auf bestechende Weise zueiner in dieser Form noch nicht gehörten Rockmusik.Im Grunde wird der Kampfbegriff auf »Nachricht vom Feind« umfassend musikalisch durchdekliniert, denn Kampf bedeutet natürlich auch: Zerrissenheit, Zwiespalt, Spannungszustand, Ambivalenz. »Ich habe mein bisheriges Leben überwiegend als Kampf empfunden«, sagt Jadu. »Die Schule war ein Kampf, die Liebe sowieso, ich habe um Freundschaften gekämpft, um Anerkennung, um die Liebe meines Vaters, um Selbstakzeptanz und einiges mehr. Darüber habe ich ein Faible für militärische Ästhetik entwickelt.« Das Militärische ist hier also eine Metapher für innere und äußere Kämpfe. Geboren in Bad Essen, Landkreis Osnabrück, will Jadu von Anfang an eigentlich immer nur raus: aus der Provinz, der Schule, den Umständen. Bad Essen ist eins jener Provinzkäffer, in denen es für Leute wie Jadu nicht mehr zu tun gibt als warten, bis man alt genug wird, um die beste Straße der Stadt zu nehmen ? also jene, die aus ihr hinausführt. Und so lässt sie das alles über sich ergehen, so lange es gesellschaftlich vorgegeben ist. Bricht dann die Schule ab, macht eine Ausbildung in Osnabrück. Aber ihre Sehnsucht ist größer alsOsnabrück. Viel größer.Jadu ist gerade einmal 19 Jahre alt, als sie all ihren Mut und ihre Sachen zusammenpackt und auf eigene Faust nach Berlin geht. »Wenn man sich für Kunst und Musik interessiert, ist Berlin der totale Sehnsuchtsort, wo alles brodelt«, sagt sie. »So habe ich mir das jedenfallsimmer vorgestellt.« Die Mutter hat Bedenken, in Kreuzberg würden immer die Autos brennen, was man in der Provinz eben so liest von der großen Stadt. Aber Jadu muss da jetzt hin!Keine Missverständnisse: Die Familie war und ist für Jadu ein Hort der Geborgenheit. Weitgehend ohne Vater aufgewachsen, haben ihre Mutter und ihre Schwester sie nachhaltig geprägt. Erstere ist Künstlerin, die Schwester Sängerin und Schlagzeugerin, Jadu hat oft mitihr zusammengearbeitet. In ihrer Kindheit waren die Soul-Platten der Mutter ebenso wichtig wie die Djembe-Trommeln des Vaters, auch wenn Jadu ihre Herzensmusik auf eigene Faust entdeckt: Die Schwester hörte Alicia Keys, Jadu natürlich Rammstein, Marilyn Manson,Marlene Dietrich, Wagner. Das alles: auf unterschiedliche Weise Kampfmusik. Auch Berlin ist zunächst ein Kampf: Jadu macht »irgendwelche Trotteljobs«, wie sie sagt. Arbeitet als Komparsin beim Film und in der Werbung, schließlich einige Jahre alsImmobilienmaklerin, ein Job, in dem es darum geht, die Konkurrenz auszustechen, schneller zu sein als die anderen, den Leuten kämpferisch Dinge anzupreisen. Viel wichtiger waren aber bereits damals die Bands, in denen sie schon in Osnabrück gespielt hatte, sowiegenerell Musik: ihre Gitarre, das Schlagzeug, ihr erstes Instrument überhaupt.Gesungen hat Jadu zunächst nur unter der Dusche zu Marilyn Manson, aber irgendwann wird diese Stimme tief in ihr immer deutlicher: Sie muss eigene Songs schreiben und sie natürlich auch selbst singen, irgendwo muss das alles ja mal hin. Musik ist ihr wahrer Sehnsuchtsort, ihre Erfüllung, das sollte jetzt mal ausformuliert werden. Sie beginnt also zu schreiben. Erst alleine, zu Hause am Computer, die Songs dieser Phase spielt sie niemandem vor, im Grunde beginnt hier bereits die Arbeit an »Nachricht vom Feind«.Die Musik, die Jadu im Kopf hat, gibt es da draußen nicht. Also muss sie sie selbst machen. Eine große Unterstützung auf diesem Weg ist ihr Ehemann, der Rostocker Rapper Marteria. Das sich gegenseitig befruchtende Verhältnis der Eheleute beschreibt Jadu nicht zuletzt in dem Song »Feldzug Berlin«: Ich hab Ausdauer, kann tagelang marschieren/Rostocks Hauptmann ist mein 1. Offizier/Flügel ausgebreitet, ich bin ein Lacin« singt sie da. Und das fließt nun alles in diese Songs: Ihre Liebe zu guten Film-Scores, zur klassischen Musik, zum Drama, zur großen Geste, zu martialischer Rockmusik. Dazu: Diese bildreiche, metaphorische Sprache, oft verklausuliert, immer auf den Punkt, geprägt von den eigenen Erfahrungen und denen der anderen. Die frühe Findungsphase mitgerechnet, arbeitet sie insgesamt dreieinhalb Jahre an »Nachricht vom Feind«. Als irgendwann alles geschrieben, vorproduziert und arrangiert ist, geht sie mit den Produzenten Ben DMA, Dead Rabbit und Nobodys Face ins Studio und bringt ihre Songs auf die große Leinwand. Die Streicher müssen echt sein, die Gefühle sind es sowieso: »Nachricht vom Feind« wird endgültig zum Leben erweckt.Und weil das alles ihr Baby ist, von Anfang bis zum Ende, gibt sie nichts aus der Hand: Jadu gründet eine Plattenfirma mit einer guten Freundin, die auch das Management übernimmt ? dem Zufall und vermeintlich guten Ratschlägen anderer soll hier nichts überlassen werden.Jadu hat stets ihren Instinkten vertraut, auch deshalb ist »Nachricht vom Feind« das Album geworden, das alles, was von Bad Essen bis hierhin passiert ist, in sich trägt und noch viel mehr.»Uniform« beginnt mit dem charakteristischen Knistern einer aufs Vinyl herabsinkenden Nadel, dieses wohlige Geräusch, das man unter tausend anderen jederzeit identifizieren kann. Man fühlt sich zu Hause. Dann symbolisieren bombastische Keyboardflächen von wagnerianischem Ausmaß das Autoritäre, was die meisten Leute mit Uniformen verbinden: erhaben, gebieterisch, hierarchisch. Dann kommt diese Stimme, in die Stille hinein, allen Raum ausfüllend: »Erster Mai, seh aus wie?n Löwe/Meine Haare auf Krawall gebürstet/Schellen um die Hand/Stell mich an die Wand/Will doch nur das du mich tröstest«, singt sie. Nicht nur hier ist es eine ironisch konnotierte, erotisch aufgeladene Symbolik. So verbindet Jadu Sadomaso-Fantasien mit substanzieller Gesellschaftskritik. Von diesem Spiel mit Gegensätzen und Abgründen lebt auch »Blitzkrieg«, ein Song über häuslichen Missbrauch: »Blitzkrieg, den niemand mitkriegt/Blaue Augen, seit es dich gibt/Blaue Augen seit ich dich lieb.« »Ich kenne so viele Leute, die Missbrauch erlebt haben«, sagt sie. »In der akuten Situation, ob familiär oder in der Beziehung, ist es oft sehr schwer, da irgendwie rauszukommen. Da hilft es nach meiner Erfahrung manchmal schon, sich überhaupt verstanden zu fühlen.«Auch »Todesstreifen«, ein Song über Depressionen, spielt mit Kriegs-Metaphern. »Du fühlst dich während einer Depression ja auch wie im Krieg«, sagt Jadu. »Du führst einen Krieg gegen dich selbst, und unbewusst auch gegen dein Umfeld«. Das erhabene »Friedliche Armee« singt Jadu dann gemeinsam mit ihrer Freundin und langjährigen musikalischen Wegbegleiterin Nessi. Der Song ist ein verklausulierter Umweltschutz-Appel aus der Sicht von Bäumen, aber da muss man überhaupt erst mal draufkommen. Auch hier wieder: Tod, Armeen, Krieg. Ein eleganter Schachzug, durch den Jadu ihre Themen camoufliert und vielschichtig interpretierbar hält. Die Musik, die Jadu zu diesen Themen geschrieben hat, nennt sie selbst Military Dream Pop und tatsächlich verdeutlicht dieser Begriff ganz gut, worum es hier geht: Ihre Leidenschaftfür industriellen Brachialrock verzahnt die sie auf treffliche Weise mit Dream-Pop-, barocker Gothik und Trip-Hop-Anklängen. So entsteht ein facettenreicher, im besten Sinne zeitloser Stilmix mit maximaler Pop-Sensibilität. Dankenswert auch, dass Jadu sich jener Form vongesanglicher Hochleistungsartistik verweigert, wie sie in diesem Land viel zu oft als Ausdruck tiefster Gefühle missverstanden wird. Die Sängerin ist ihren Themen verpflichtet, jedes Wort, jedes Hauchen, jeder Ton und jede Wendung unterstreichen ihr Anliegen, nichts lenkt davonab.Immer wieder erweist sich Jadu in diesen Songs als kompromisslose Grenzgängerin ohne Angst vor Tabubrüchen. »Sirenen & Wagner« etwa ist ein Song aus der Perspektive von ? ausgerechnet! ? Eva Braun, der Geliebten Adolf Hitlers. Wie es Jadu aber dann gelingt, dienaive, anhimmelnde Perspektive der zu Beginn der fatalen Affäre erst 17-jährigen Braun einzunehmen, macht den Song zu einer Metapher über die Kunst der Verführung. »Das ist natürlich ein krasses Beispiel, aber ich glaube, solche Beziehungen gibt es häufig«, sagt sie.»Solche Leute sind derart blind vor Liebe, dass sie dem Partner bis in den Tod folgen.« Auch hier also wieder: Missbrauch, nur auf eine andere Weise. Denn letztlich geht es in »Sirenen & Wagner« natürlich nicht nur um Eva Braun, sondern um uns alle, damals undheute. Die brandgefährliche, hochaktuelle Frage: Wie konnten Millionen von Menschen diesem Verführer auf den Leim gehen, wie funktioniert die fatale Psychologie der Massen? »Sind nun endlich auf ewig verbunden/Den Ring steckst du mir an/Mein letztes Geschenk an dich/Schenk dir mich und du schenkst mir Gift«, singt Jadu. Dieses Gift wirkt bis heute. Wir sind alle multiple Persönlichkeiten. Und Jadu ist eben eine starke Kämpferin mit einem Hang zur Melancholie. Musik ist ihr Schutzschild, ihre Uniform, wenn man so will. Und »Nachricht vom Feind« ist dann eben doch: ein erkämpfter Sieg. Zumindest für den Moment.

Anbieter: Konzertkasse
Stand: 07.08.2020
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